Eskalatives Verhalten der Polizei beim Auswärtsspiel gegen Lok Leipzig am 08. März 2026

Das Verhalten der sächsischen Polizei beim Auswärtsspiel in Probstheida wirft Fragen auf. 

Die erste Provokation folgte direkt nach Abschluss der ersten Materialkontrolle durch den Ordnungsdienst, da es den Polizeikräften nicht mehr ausreichte, die mitgebrachten Fahnen nochmals durch eingesetzte Sprengstoffspürhunde auf pyrotechnische Erzeugnisse zu kontrollieren. Die Polizei forderte nun zum Entleeren der Fahnensäcke auf, um eine Inaugenscheinnahme dieser auf pyrotechnische Erzeugnisse vorzunehmen. Auf die Frage, warum die Spürhunde nicht ausreichend wären, kam die lapidare Auskunft, dass Hunde keine hundertprozentige Erfolgsquote böten. Die Antwort nach der Frage zur Sinnhaftigkeit eingesetzter Hunde bleibt uns die Polizei bis jetzt schuldig.

Im weiteren wurden zusätzlich zu den normalen Einlasskontrollen weitere willkürliche Ganzkörperkontrollen aller Zeissfans durch die Polizeikräfte angekündigt.

Nachdem sich die blau-gelb-weiße Fanszene schon zur Abkehr aus dem Stadion aufgemacht hatte, lenkten die Einsatzkräfte ein und unterließen ab diesem Zeitpunkt weitere doppelte Kontrollen. 

Letzten Endes war es nur der Besonnenheit und der argumentativen Stärke der Jenaer Fanszene zu verdanken, dass der gewollte Konfrontationskurs der sächsischen Polizei ins Leere lief und ein ungefährdeter Spielbesuch folgen konnte.

Doch nicht nur vor dem Gästeblock, auch auf Heimseite setze die Polizei auf ein eskalatives Auftreten, indem sie den Block betrat und die bereits aufgehängten Fahnen ebenfalls auf Pyrotechnik filzen wollte. Dies kann nur als geplante Provokation bewertet werden. Die jüngsten Ereignisse in Magdeburg zeigen, in welchen dramatischen Ereignissen solche Aktionen münden können.

Die Anwesenheit eines Oberstaatsanwalts mutiert zur Farce. Gewalt- und Pyroprobleme werden konstruiert. Zwei Helikopter, ein Sensocopter, eine Reiterstaffel und alle besagten Maßnahmen werden mit Vorfällen begründet, bei denen weder der FCC noch LOK beteiligt waren. Ein weiteres trauriges Kapitel in einer Auflistung von Gängelungen und bewussten Provokationen der Polizei gegenüber Fußballfans landauf, landab.

Vermutlich wird sich das in Zukunft weiterhin verschärfen, in Sachsen im besonderen Maße: vor zwei Wochen hat das sächsische Regierungskabinett den Entwurf zum neuen Polizeigesetz genehmigt, welcher die Befugnisse der sächsischen Polizei erheblich ausweiten soll, obwohl dieser bereits 2024 vom Landesverwaltungsgericht gestoppt wurde. 

Das Fußballstadion ist zunehmend zu einem Ort geworden, indem sich Fans nicht vor gegnerischen Fans schützen müssen, sondern vor den eingesetzten Beamten. Der Sinn und Zweck der polizeilichen Einsätze hat sich ins Gegenteil verkehrt, weshalb wir verantwortliche Einsatzleitungen und Behörden zum sofortigen Überdenken ihrer Taktiken aufrufen. Zum Wohle des Fußballs und seiner Fans.