Questions & Answers

Für ein selbstsicheres Auftreten am Spieltag und zum generellen Umgang mit Polizei und Ordnungsbehörden haben wir einige Tipps und Erfahrungen zusammengetragen.

Bei einem Klick auf die Fragen, welche Dich interessieren, öffnen sich die entsprechenden Antworten. Zugunsten kurzer, übersichtlicher Inhalte haben wir uns auf – unseres Erachtens nach – wesentliche Kerninformationen beschränkt. Ausführlicher widmen wir uns den unterschiedlichen Themen in diversen aktuellen und zukünftigen Blogbeiträgen oder im Downloadbereich.

zusammengefasst:

· Achtet aufeinander & unterstützt euch

· Wir empfehlen Dir grundsätzlich, einen Personalausweis/ Lichtbilddokument mit dir zu führen

· Checke den Inhalt deiner Taschen BEVOR du dich auf den Weg zum Stadion machst

· Bei Kontakt mit den Repressionsorganen versuche ruhig & bedacht zu handeln,  dabei hilft auch ein verantwortungsbewusster Alkohol- & Drogenkonsum am Spieltag

Gemeinsam unterwegs. Schon auf dem Weg ins Stadion macht es gemeinsam mehr Spaß. Seid Euch bewusst: Je größer und lauter die Gruppe, desto schneller steht Ihr im Fokus von Polizei und Ordnungsbehörden. Wenn Du mit Menschen, die Du kennst und denen Du grundsätzlich vertraust, unterwegs bist, könnt Ihr Euch auch in möglichen schwierigen Situationen aufeinander verlassen. Nützlich ist es, voneinander Vor- und Nachname sowie die Anschrift und ggf. sogar noch einen Kontakt zum*r Partner*in, ELtern oder anderen nahestehenden Personen zu haben. So könnt Ihr schnell und flexibel reagieren, wenn Ihr Unterstützung für die Person braucht. Vor allem bei Jugendlichen können Absprachen dazu, wer in welcher Situation die Eltern informiert, sinnvoll sein, wenn diese nicht ohnehin über den Stadionbesuch informiert oder immer dabei sind.

Ausweispflicht. Zwar gilt ab einem Alter von 16 Jahren die Pflicht, einen Personalausweis zu besitzen, allerdings musst Du kein gültiges Ausweispapier mit Dir führen. Unter bestimmten Voraussetzungen, beispielsweise im Rahmen von Fußballspielen, kann die Polizei allerdings verdachtsunabhängige Personenkontrollen durchführen. Die Angaben aus Deinem Personalausweis solltest Du hier in jedem Fall machen, da ansonsten weitere Maßnahmen zur Feststellung Deiner Identität eingeleitet werden können. Besteht ein Verdacht oder eine „Gefahr“ (das bedeutet nicht, dass Du irgendetwas gemacht haben musst!), kann zur zweifelsfreien Feststellung Deiner Identität sogar eine Fahrt im Streifenwagen zu Deinem Lichtbildausweis nach Hause führen oder eine erkennungsdienstliche Behandlung auf dem Revier durchgeführt werden. Besonders auf Auswärtsfahrten ist ein solches Vorgehen mit größeren Konsequenzen und Risiken für Dich verbunden. Niemand steht plötzlich gern allein vor der Wache in der gegnerischen Stadt. Daher empfehlen wir Dir grundsätzlich, einen Personalausweis oder ein anderes Lichtbilddokument mit Dir zu führen.

Die Taschen voll. Wenn Du Dich dafür entscheidest, einen Ausweis einzupacken, kontrolliere Deine Taschen bei der Gelegenheit nochmal auf Gegenstände, die im Stadion nichts zu suchen haben. Das Angelmesser vom letzten Wochenendausflug kann Dir ähnliche Schwierigkeiten bereiten wie das Päckchen Backpulver, dass Du vorhin noch schnell bei den Eltern für Deinen Sonntagskuchen eingepackt hast. Auch der Mundschutz vom letzten Training wirft eher unnütze Fragen auf.

Cool bleiben. Vielleicht passt Du in ihr Feindbild oder sie haben einen schlechten Tag: Zu oft mussten wir die Erfahrung machen, dass einzelne Polizist*innen oder Sicherheitsdienste besonders provozieren und gezielt zur Eskalation von Situationen beitragen wollen, Allerdings müssen wir nicht über jedes Stöckchen springen, welches uns hingehalten wird. Ruhig bleiben und einen kühlen Kopf in der Situation bewahren verhindert, dass sinnfreie Anstachelungen zum Ziel führen.

Alkohol- und Drogenkonsum. Ein verantwortungsbewusster Konsum trägt dazu bei, angemessen auf sich verändernde Situationen reagieren zu können. Andere sollen sich durchweg auf Dich verlassen können. Umgekehrt sollst auch Du nie in die Situation kommen, die Verantwortung für Leute übernehmen zu müssen, weil sie es selbst nicht mehr können und Dinge auszubaden, die andere eingerührt haben.

zusammengefasst:

· Hausrecht im Ernst-Abbe Sportfeld liegt beim FCC – macht euch mit der Stadionordnung vertraut

· Versucht in unübersichtlichen & emotionalen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren & aufeinander zu achten

· fertigt bitte keine eigenen Foto-/Videoaufnahmen an

FCC rules. Auch wenn das Gelände nicht dem Verein gehört. liegt das Hausrecht beim FCC. Die wesentlichen Punkte der Stadionordnung solltet Ihr grundsätzlich kennen. Aus unserer Sicht trägt beispielsweise das Verbot von der extremen Rechten zuzuordnenden Kleidungsmarken deutlich zur Vermeidung von Auseinandersetzungen unter Fans bei.

Emotionale Atmosphäre. Dass uns die Spiele packen und das Spektrum an manchen Spieltagen von Hochgefühlen bis zu tiefer Trauer reicht, ist auch ein Aspekt, der viele regelmäßig ins Stadion treibt. Allerdings tragen Gefühlschaos, Trauer, Wut und Verzweiflung schnell zu destruktiven Dynamiken bei. Je höher die Emotionalität, desto eher kippen Situationen. In solch sensiblen Momenten müssen wir besonders auf andere und uns selbst Acht geben.

Keine Alleingänge. Da wir miteinander und füreinander einstehen, hat das Verhalten einzelner immer auch Auswirkungen auf alle anderen. Bringe Dich und andere nicht fahrlässig in Schwierigkeiten. Wäge Deine Reaktion immer angemessen für die Situation ab und achte gleichzeitig auf das Handeln der anderen. Auch kleine, von Dir allein geplante Aktionen sind in der Regel wenig sinnvoll. Beispielsweise ist eine langfristig geplante, durchdachte Choreo berechenbar und abgestimmt und birgt damit beinahe keine Risiken für alle.

Keine Fotos. Wenn Ihr in Erinnerungen an den letzten Spieltag schwelgen wollt, schaut auf die einschlägigen Internetseiten und Social-Media-Kanäle des Vereins oder unterschiedlicher Gruppen (eine Auswahl findest Du in unserer rechten Linkliste). Jede*r sollte selbst entscheiden können, auf welchen Bildern er*sie zu sehen ist und wo diese Fotos wem gezeigt werden. Erfahrungsgemäß nutzen die Ermittlungsbehörden liebend gern Foto- und Videomaterial aus der Fanszene und werten veröffentlichte Daten aus oder beschlagnahmen sogar private Handys und Kameras.

zusammengefasst:

· An-/Abreise findet meist unter ständiger Beobachtung der Cops statt

· gemeinsame Anreise kann vor gegnerischen Fans & Repression schützen

· Jedes Bundesland hat ein eigenes Polizeiaufgabengesetz mit unterschiedlichen polizeilichen Befugnissen – auf unseren Seiten & im Bratwurstdealer findet ihr vor jedem Spiel die wichtigsten Infos

Eine Reise zu einem Auswärtsspiel ist für Fußballfans immer etwas
Besonderes. Anders als bei Heimspielen, wo uns regelmäßig gleiche oder ähnliche
Begebenheiten erwarten, erwarten uns bei Auswärtsspielen wechselnde Situationen
an unterschiedlichen Orten, die Unbekanntes und Neues, aber auch schwierige
Momente für uns parat halten. Oft sind es dabei gar nicht (nur) die Heimfans,
die den FCC-Fans nicht wohlgesonnen sind, sondern wir finden eine
vorurteilsbelastete und feindselige Haltung auch und insbesondere vonseiten der
Polizei und den zuständigen Ordnungsdiensten und lokalen Sicherheitsträgern
vor.

Gästefans wird immer eine besondere Aufmerksamkeit der Sicherheitsorgane
zuteil. Dazu gehört, dass die An- und Abreise unter ständiger Beobachtung und
Steuerung durch die Polizei abläuft und häufig von dieser abgefilmt wird. Auf
der Zugstrecke und auf Bahnhöfen ist die Bundespolizei zuständig. Bei einer
Anreise mit Fanbussen oder dem eigenen PKW kommt es zudem regelmäßig vor, dass
die Polizei alle Auswärtsfans an einem separaten Punkt, etwa einem Parkplatz,
sammelt und von dort zum Stadion begleitet.

Je übersichtlicher eine Situation für die Polizei ist, umso einfacher ist es
für sie, die jeweiligen Fanszenen voneinander zu trennen. Dementsprechend sind „konspirative
Anreisen“ (Anreisen von einzelnen Fans oder Kleingruppen auf eigenständig
gewählten Wegen) nicht gerne gesehen. Es ist schon vorgekommen, dass Fans von
der Polizei noch vor Betreten des Stadions und ohne, dass eine Straftat oder
Ordnungswidrigkeit begangen wurde, wieder nach Hause geschickt wurden. Der
einzige Vorwurf: die Fans seien nicht auf dem von der Polizei vorgeschriebenen
Weg angereist. Dies kann schon zutreffen, wenn man zu dritt mit Freund*innen
vor dem Spiel eine Gaststätte in der Stadt, in der das FCC-Spiel stattfindet,
aufsuchen möchte. Insgesamt wird aber allen FCC-Fans dazu geraten, organisiert
anzureisen, um etwa zu verhindern, in der gegnerischen Stadt Opfer eines Schal-
oder Fahnendiebstahls zu werden.

Zu beachten ist, in welchem Bundesland das Spiel des FCC stattfindet. Alle
16 Bundesländer haben ein eigenes Polizeiaufgabengesetz, in welchem geregelt
ist, was die Polizei darf und was nicht. Außerdem sollten die jeweiligen
Stadionordnungen der Heimvereine beachtet werden, denn diese unterscheiden sich
von Verein zu Verein. Des Weiteren findet vor jedem Spiel eine
Sicherheitskonferenz statt, in welcher festgelegt wird, in welche Risikostufe
das entsprechende Gastspiel des FCC eingestuft wird. Gab es in der Vorsaison
einen Vorfall, ist damit zu rechnen, dass die Maßnahmen vor Ort verschärft
werden sowie mehr Polizist*innen und mehr Ordnungspersonal im Einsatz sind. Zum
Ordnungspersonal ist zu beachten, dass es sich hierbei nicht selten um Personen
mit Fußball- und/oder politischem Hintergrund handelt und es passieren kann,
dass diese den FCC-Fans nicht wohlgesonnen sind.

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Spielen mit einer genauen
Auflistung wichtiger Punkte (Gegebenheiten vor Ort; spezielle Infos für
Gästefans etc.) werden in der Regel vom Fanprojekt Jena und dem Verein über die
Sozialen Medien (Facebook, Twitter, Instagram) veröffentlicht. Außerdem
informieren zu den FCC-Heimspielen das Stadionmagazin Anpfiff und das
Spieltagszine Bratwurstdealer der Horda Azzuro über die jeweils nächsten
Auswärtsspiele.

zusammengefasst:

· Die Goldene Regel: Widerspruch – keine Kooperation – nichts unterschreiben! 

· Identitätsfeststellung: alle Daten die auf dem Personalausweis stehen

· ED-Behandlung: Fingerabdrücke, Handflächenabdrücke, Fotos & Videos von Gesicht, Gesamterscheinung & körperlichen Merkmalen (z. B. Tätowierungen / Narben) – keine DNA!

· Polizeiliche Durchsuchung: äußerlich abtasten & ggf. ausziehen, alles darüber hinaus (z.B. Genital- & Analuntersuchungen) muss richterlich angeordnet werden!

· Ordnungsdienst: äußerlich abtasten & in Taschen schauen

Es gibt unterschiedliche Kontrollen, die staatliche Stellen wie Polizei und private Ordnungsdienste durchführen dürfen. Wir haben die häufigsten Kontrollformen im Kontext Fußball ausgewählt und das Wichtigste für Euch zusammengetragen:

Die Goldene Regel: Widerspruch – keine Kooperation – nichts unterschreiben!

POLIZEI

Identitätsfeststellung

Die Identitätsfeststellung erfolgt bei nahezu jeder Personenkontrolle. Es muss Euch ein Grund für die Kontrolle genannt werden. Fragt im Zweifel nach. Wer, wo und warum kontrolliert werden darf, ist in den Landesgesetzen geregelt. In Thüringen dürfen an sogenannten gefährdeten Orten anlasslos Personenkontrollen und -durchsuchungen erfolgen. Verweigert Ihr eine Kontrolle, dürfen die Cops Euch durchsuchen und in vorübergehenden Gewahrsam nehmen.

Ihr müsst folgende Daten angeben:

Vollständigen Namen
Adresse
Geburtsdatum & -ort
Staatsangehörigkeit
Familienstand
Berufssituation (arbeitslos, Angestellter, selbstständig)

Auch wenn die Cops weiterfragen – mehr müsst und solltet Ihr von Euch nicht preisgeben. Wenn Ihr etwas unterschreiben sollt, verweigert es.

Erkennungsdienstliche Behandlung

Innerhalb einer ED-Behandlung können Fingerabdrücke, Handflächenabdrücke, Fotos und Videos von Gesicht, Gesamterscheinung und von verschiedenen körperlichen Merkmalen (z. B. Tätowierungen oder Narben) gemacht werden. Wenn Ihr Euch ausziehen sollt, könnt Ihr fordern, dass nur Beamt*innen Eures jeweiligen Geschlechts dabei sind. Nicht zu einer ED-Behandlung gehört die Abgabe Eurer DNA. Hierfür braucht es einen richterlichen Beschluss.

Bei einer ED-Behandlung müsst Ihr nicht mitwirken. Händewaschen, Kleidung ausziehen oder zum Beispiele mitgeführte Gegenstände wie eine Sonnenbrille aufsetzen, könnt Ihr den Beamt*innen überlassen. Leistet dabei allerdings keinen körperlichen Widerstand, dies kann zu einer Anzeige gegen Euch führen.

Eine ED-Behandlung kann von den Cops sowohl im Zuge eines Strafverfahrens sowie als Präventivmaßnahme durchgeführt werden. Lasst Euch den Grund nennen und legt Widerspruch ein.

Auch hier gilt: Keine Aussagen und nichts unterschreiben.

Durchsuchung und Untersuchung

Wenn die Cops Euch durchsuchen wollen, müssen sie dies begründen. Es genügt, wenn sie Grund für die Annahme haben, gefährliche Gegenstände bei Euch vorfinden zu können oder Ihr Euch an einem sogenannten gefährdeten Ort bewegt. Eine Durchsuchung umfasst die Suche nach Gegenständen oder Spuren in der Kleidung und auf der Körperoberfläche. Dies unterscheidet sich von einer Untersuchung, bei der innerhalb des Körpers nach Gegenständen oder Spuren gesucht wird. Hierzu gehört auch eine Untersuchung im Genital- und Analbereich. Eine Untersuchung muss richterlich angeordnet werden!

Bei der Durchsuchung wie auch Untersuchung gilt, dass Ihr das Recht habt, die Maßnahme von Personen Eures Geschlechts durchführen zu lassen.

ORDNUNGSDIENST

Einlasskontrollen gestalten sich sehr unterschiedlich, je nach Standort. Da hier Hausrecht gilt, darf der gastgebende Verein entscheiden, wie die Kontrollen aussehen. Dabei gilt zwar, dass Ihr Euch Kontrollen verwehren könnt, Ihr dann aber im schlimmsten Fall nicht reinkommt. Doch auch hierbei gibt es einige Grenzen:

Ihr dürft von den Ordner*innen abgetastet werden. Dabei darf Euch jedoch nicht an Eure Genitalien, zwischen die Po-Backen oder in den BH gefasst werden. Wenn eine Kontrolle Eure Grenzen überschreitet, sprecht das an und sucht Euch Unterstützung!

Ordner*innen dürfen in Eure Taschen schauen, allerdings nicht reinfassen. Wenn Ihr das nicht möchtet, verwehrt es.

Der Ordnungsdienst ist nicht befugt, Euch anzuweisen, Eure Kleidung vollständig abzulegen!

Wenn Ihr bemerkt, dass eine Person unverhältnismäßig am Stadioneingang kontrolliert wird, solidarisiert Euch und sprecht den Ordnungsdienst darauf an.

zusammengefasst:

· Name, Vorname, Adresse, Geburtsdatum, Geburtsort, Staatsangehörigkeit

· Lasst euch nicht bequatschen!

Solltet Ihr von der Polizei kontrolliert werden, dann müsst Ihr folgende Angaben machen: Name, Vorname, Adresse, Geburtsdatum, Geburtsort und Staatsangehörigkeit. Darüber hinaus solltet Ihr keine weiteren Angaben machen. Das heißt, wenn Ihr Euren Ausweis vorzeigt, müsst Ihr keine weiteren Angaben machen, da alle notwendigen Daten auf dem Ausweis zu finden sind. Auch auf scheinbar belanglose Fragen der Polizei solltet Ihr nicht antworten und einfach schweigen. Dies gilt auch, wenn die Polizei Euch in Gewahrsam nimmt und/oder mit Tatvorwürfen konfrontiert. Hierbei ist es eine beliebte Taktik der Polizei, Euch in ein Gespräch zu verwickeln und Euch durch Drohszenarien einzuschüchtern und Infos oder Aussagen zu entlocken. Gerne wird auch versucht, durch Sprüche etc. eine lockere und freundschaftliche Atmosphäre zu schaffen, wo man vielleicht doch etwas sagt, was den Behörden bei ihren Ermittlungen hilfreich sein kann. Macht daher konsequent von Eurer Aussageverweigerung Gebrauch und macht nur die oben genannten Angaben. Alles darüber hinaus besprecht Ihr in Ruhe mit Eurem Anwalt oder Anwältin, denn die Polizei ist weder Freund noch Helfer!

Falls Ihr verdächtigt werdet, eine Ordnungswidrigkeit begangen zu haben, dann müsst Ihr diese Angaben auch den Ordnungsbehörden (Ordnungsamt, ZEVD, Stadtpolizei usw.) gegenüber machen. Auch hier gilt: Macht keine weiteren Angaben und schweigt.

Gegenüber anderen müsst Ihr keinerlei Angaben machen. Dazu zählen z. B. Security, Vereinsordner und Vereinsangestellte.

zusammengefasst:

· BGWH kontaktieren

Im ersten Moment ist der Schreck in manchen Fällen erstmal groß, wenn vielleicht das erste Mal behördliche Post mit negativem Inhalt im eigenen Briefkasten landet.

Wie bei vielen Dingen gilt auch hier: Kurz durchatmen und checken, um welches Dokument es sich handelt, um im nächsten Schritt sinnvoll und zielführend zum eigenen Schutz handeln zu können.

Prinzipiell kann bei solchen Dokumenten in Vorladungen als Beschuldigter, Zeugenvorladungen, Strafbefehle, Anklageschriften sowie Anschreiben von Vereinen und Ordnungsämtern unterschieden werden.

In den meisten Fällen erreicht die Betroffenen eine polizeiliche Vorladung. Dies kann im ersten Moment erstmal Überforderung auslösen, jedoch gibt es hier einen simplen und einfachen Rat, den fast jede*r Strafverteidiger*in gibt: In keinem Fall sollte auf diese Vorladung eine schriftliche oder mündliche Aussage erfolgen. Dazu seid Ihr gegenüber der Polizei auch nicht verpflichtet.

Auch wenn bei vielen Betroffenen ein großer Rechtfertigungsdruck in solch einer Situation vorherrscht, häufig bekommen auch gänzlich Unbetroffene ein solches Schreiben, verbessert ihr  eure Position bei einer unbedarften Aussage gegenüber der Behörde in den geringsten Fällen und lauft darüber hinaus Gefahr euch mit fehlinterpretierten Berichten, die ihr in der Aufregung vielleicht falsch darstellt, selbst zu belasten.

Solltet es im Zuge eines solchen Briefes Stress im elterlichen Haushalt geben, stehen wir gerne aufklärend an eurer Seite.

Eine weitere Form der Befragung ist die staatsanwaltschaftliche bzw. richterliche Vorladung. Hier wird das Ganze schon etwas komplizierter, bei solch einem Dokument seid ihr nämlich verpflichtet zur Befragung zu erscheinen.

Die klare Empfehlung hierbei: Wendet euch in dieser Situation sofort an uns, damit wir euch an eine*n Anwält*in vermitteln können, die*der dann mit euch eine gute Strategie für diesen Fall entwickelt. 

Ähnlich ist der Sachverhalt bei Zeugenvorladungen. Bei rein polizeilichen Vorladungen müsst und solltet ihr nicht erscheinen, richterlich oder staatsanwaltschaftlich ausgestellte Befragungen müssen befolgt werden und sollten gemeinsam mit einem*r Strafverteidigenden geprüft werden.

Ein wichtiges Detail hierbei: Die polizeilichen Behörden dürfen staatsanwaltschaftlich angeordnete Zeugenbefragungen durchführen, denen ihr dann auch folge leisten müsst und die ebenfalls intensiverer Betreuung bedürfen. Diese Vorladungen müssen jedoch klar durch die Polizeibehörde gekennzeichnet sein.

Als weitere behördliche Dokumente müssen in jedem Fall noch der Strafbefehl und die Anklageschrift genannt werden.

Ein Strafbefehl legt meist ein monetäres Strafmaß fest, ohne dass es vorher zu einer gerichtlichen Verhandlung gekommen ist. Dagegen kann ein Einspruch zusammen mit einem*r Anwält*in geprüft und ggf. eingelegt werden. Solltet Ihr ein solches Schreiben erhalten, ist es äußerst sinnvoll uns zu kontaktieren, um eventuell vorher genannte Schritte einleiten zu können.

Definitiv kontaktieren solltet Ihr uns bei einer eingehenden Anklageschrift, welche euch vor ein Gericht beordert. Hier müssen schnellstmöglich die benötigten Maßnahmen zusammen mit einem*r Anwält*in besprochen und eingeleitet werden, um eine bestmögliche Verteidigung eurer Person vor Gericht gewährleisten zu können.

Neben den behördlichen Briefen gibt es ebenfalls Anhörungsbögen von Vereinen bezüglich eventuell zu verhängender Stadionverbote. In diesem Fall solltet Ihr ebenfalls das Gespräch mit uns suchen, damit wir zusammen eine bestmögliche Vermeidung dieser Maßnahme angehen können. 

Generell gilt: Bei jeglichen Unsicherheiten bezüglich der manchmal unübersichtlichen Dokumentenlage solltet Ihr immer das Gespräch mit uns suchen! 

zusammengefasst:

  • Die Stadionverbotsrichtlinien des DFB regeln, dass in jedem Verein ein*e Stadionverbotsbeauftragte*r über die Verhängung, Aufhebung, Verkürzung oder Aussetzung eines Stadionverbotes auf Bewährung entscheidet
  • Eine SV-Kommission steht unserem SV-Beauftragtem beratend zur Seite
  • Vom Anhörungsrecht Betroffener (mündlich oder schriftlich) sollte in der Regel immer Gebrauch gemacht werden
  • Bei drohendem oder bestehendem Stadionverbot immer BGWH kontaktieren

Grundlage für ein SV bilden die sogenannten Stadionverbots-Richtlinien des DFB. Spielraum gibt es für alle Vereine von der ersten bis zur dritten Liga nicht: die Ligalizenz gibt es nur, wenn die Richtlinien anerkannt werden und sich die Vereine an deren Umsetzung binden.

Nicht nur vermeintliche Vorkommnisse während Deines Stadionaufenthaltes können Dir zur Last gelegt werden. Genauso können Vorwürfe auf dem Hin- und Rückweg zu bzw. von einem Fußballspiel gegen Euch erhoben werden und in einem Stadionverbot gipfeln. Zur Aussprache eines SV braucht es weder ein Ordnungswidrigkeitsverfahren, noch eine Anzeige; von einer rechtskräftigen Verurteilung ganz zu schweigen. Vor allem die Polizei bricht mit den Grundsätzen der Rechtsstaatlichkeit (beispielsweise dem Recht auf ein faires Verfahren oder keine Strafe ohne Schuld), wenn sie den Vereinen vermeintliche Vergehen mitteilt und sie auffordert, unmittelbar Stadionverbote gegen Personen zu verhängen. Auf verschiedene skurrile und schlichtweg ungerechte Fälle werden wir auf unserer Website an der einen oder anderen Stelle zukünftig immer wieder verweisen (müssen).

Stadionverbote können örtlich oder bundesweit für die Dauer von mindestens einer Woche bis zu 36 Monate bzw. in „besonders schwerem, wiederholtem“ Fall sogar bis zu 60 Monate verhängt werden.

In der Regel hat jeder Verein eine*n Stadionverbotsbeauftragte*n. Diese*r, in unserem Fall Michael Russ, wird in die ehrenamtliche Rolle berufen und in seinen Entscheidungen von einer SV-Kommission beraten. Vor oder nach einer Entscheidung über die Verhängung eines Stadionverbotes steht den Betroffenen immer das Recht auf eine Anhörung zu. Sie kann persönlich oder schriftlich erfolgen. Die Kommission tritt außerdem auch bei Entscheidungen über die Aufhebung, Verkürzung oder Aussetzung eines Stadionverbotes auf Bewährung zusammen. Grundsätzlich können und sollten Betroffene von ihrem Anhörungsrecht Gebrauch machen. In jedem Fall ist es immer sinnvoll, möglichst unmittelbar nach Kenntnisnahme eines laufenden SV-Verfahrens gegen Euch mit der BGWH in Kontakt zu treten.

Ohne abschließend in eine ausschweifende Kritik zu Theorie und Praxis von Stadionverboten zu verfallen (umfangreiche Informationen dazu findet ihr u.a. hier: http://www.profans.de/stadionverbot) sei noch kurz gesagt: Das von Befürworter*innen der Richtlinien stets angeführte Argument der Prävention ist im Sinne einer gemeinwesenorientierten, fanfreundlichen Fußballkultur widersprüchlich und absurd – Ausschluss kann höchstens letztes (!) Mittel nach einer Reihe vieler einzelfallspezifischer, inklusiver und durchaus kreativer Ansätze zur Prävention sein. Nachhaltige Prävention erfolgt über eine Einbindung und Beteiligung von Fans – Ausgrenzung erzeugt eher entgegengesetzte Effekte.

 

zusammengefasst:

· Personenbezogene Daten, die von der Polizei erfasst wurden, werden gespeichert

· Fragt diese Daten regelmäßig ab & beantragt ggf. ihre Löschung

· Mustervorlagen für die jeweilige Datenabfrage haben wir euch hier vorbereitet

Am Flughafen dauert Eure Kontrolle meist länger? Eine allgemeine Verkehrskontrolle endet stets mit einem Drogentest? Die eben noch entspannte Polizistin ruft nachdem ihr euren Ausweis ausgehändigt habt nach Verstärkung und murmelt etwas von Gewalttäter Sport?

Die Polizei und andere staatliche Sicherheitsbehörden speichern etwa Personenüberprüfungen, Anzeigen, Verhaftungen, Protokolle, Fotos, soziale Verbindungen, Gesundheitsdaten, Bewegungsprofile, DNA und Fingerabdrücke in diversen Datenbanken. Von einer Speicherung sind nicht nur Personen, die für eine Straftat verurteilt wurden betroffen, sondern auch Zeugen, Begleitpersonen, Verdächtige, Opfer und Vermisste. Dabei müssen sie jedoch den Datenschutz bei der Erhebung, Speicherung, Verarbeitung und Nutzung von personenbezogenen Daten beachten. Sind die Voraussetzungen für die Speicherung der personenbezogenen Daten nicht mehr gegeben, müssen die Daten gelöscht werden. Gemäß Datenschutz ist die Polizei zur Auskunft gegenüber Betroffenen verpflichtet, wenn diese einen entsprechenden Antrag stellen und keine wichtigen Gründe der Erteilung der Auskunft entgegenstehen. Auf Eure Anfrage müssen euch Angaben über die im Einzelnen gespeicherten personenbezogenen Daten sowie deren Herkunft, die Empfänger*innen der Daten und der Zweck der Speicherung mitgeteilt werden. Ihr könnt diese Daten gemeinsam mit uns prüfen und gegebenenfalls eine Löschung beantragen. In unserem Download-Bereich haben wir euch die wichtigsten Mustervorlagen für Datenabfragen zusammengestellt. Wenn ihr auch bei weiteren Behörden anfragen wollt könnt ihr euch auf http://www.datenschmutz.de/ die passenden Dokumente erstellen lassen.

Die uns am relevantesten erscheinenden Datenbanken sind:

  • Datei Gewalttäter Sport
  • Bundeskriminalamt
  • Bundespolizei
  • Zentrales Verfahrensregister
  • Schengen-Informationssystem (SIS), Europol, Prüm
  • Landeskriminalamt Thüringen

Mustervorlagen für die jeweilige Datenabfrage haben wir Euch im Downloadbereich vorbereitet.

Den Auskunftsersuchen müsst ihr eine Ausweiskopie beilegen!

zusammengefasst:

· Wann? z.B. bei Festnahmen, Übergriffen von der Polizei, Anquatschversuchen, Hausdurchsuchungen

· Wie? Möglichst detailreich aber ohne dich/andere zu belasten

· Die Vorlage für ein Gedächtnisprotokoll findest du hier

Ein Gedächtnisprotokoll ist eine schriftliche Gedankenstütze, bei dem Du festhältst, was bei staatlichen bzw. polizeilichen Maßnahmen geschehen ist. Mögliche Situation in denen das Schreiben eines Gedächtnisprotokolls sinnvoll ist sind beispielsweise Festnahmen, Übergriffe von der Polizei mit und ohne Verletzungen, Anquatschversuche und Hausdurchsuchungen. Aber auch, wenn du der Meinung bist, in einer bestimmten Situation von den Ereignissen überfahren zu werden, kann ein Gedächtnisprotokoll sinnvoll sein, um dich ggf. nachträglich dagegen zur Wehr zu setzen.

Ein Gedächtnisprotokoll ermöglicht dir, dich zu einem späteren Zeitpunkt an das Erlebte erinnern zu können. Dies ist erforderlich wenn Ermittlungsverfahren dir gegenüber eingeleitet werden oder es darum geht eine polizeiliche Maßnahme als rechtswidrig und damit möglicherweise belastbare Erkenntnisse als ungültig zu erklären. Ein gut formuliertes Gedächtnisprotokoll kann dich oder andere Fans entlasten und Polizeigewalt bzw. gesetzliche Fehltritte der Polizei dokumentieren.

Oft erreicht dich ein Brief der Polizei erst Wochen oder auch Monate nach einer Aktion. Eine Einordnung der Vorwürfe funktioniert ohne Frage besser, wenn die Fakten nicht allzu verschwommen und möglichst ohne Lücken griffbereit sind. Um sicherzustellen, dass die Erinnerungen noch frisch sind, ist es dabei sinnvoll, das Gedächtnisprotokoll innerhalb von 24 Stunden nach dem Vorfall zu verfassen.

Beim Schreiben immer daran denken:

Ein Gedächtnisprotokoll sollte weder dich noch andere belasten. Es dient dir als Gedankenstütze, also schreibe gerne kleine Details und Beobachtungen die für dich wichtig sind auf. Je genauer das Protokoll formuliert ist, desto besser kann später auf mögliche Anklagepunkte reagiert werden. Bitte schildere so detailliert wie möglich den Geschehensablauf, verzichte aber auf die Nennung von Namen. Denk immer daran, dass ein solches Protokoll zum Beispiel im Zuge einer Hausdurchsuchung in die falschen Hände geraten kann.

Die Vorlage für ein Gedächtnisprotokoll findest Du hier.